HBW-Niederlage in Kassel mit 13 Toren Unterschied Gallier gehen unter

Handball-Bundesliga: Der HBW Balingen-Weilstetten verliert bei der MT Melsungen überdeutlich mit 36:23.

Die Gallier waren in der Rothenbach-Halle in Kassel nur zu Beginn der Partie mit der MT Melsungen auf Augenhöhe. Mit ungewöhnlich vielen Fehler haben sie die Hausherren ab Mitte der ersten Hälfte stark gemacht und sich selber aus dem Tritt gebracht. Im zweiten Abschnitt funktionierte gar nichts und so gelang Melsungen mit 36:23 (15:11) eine eindrucksvolle Revanche, für die Hinspielniederlage.

Richtig vorbereitet ins Spiel?

„Mit 13 Toren zu verlieren, das darf uns einfach nicht passieren und jeder muss sich jetzt hinterfragen, ob er sich auf ein Spiel richtig vorbereitet“, war Marcel Niemeyer nach dem Spiel im Interview bei Sky mehr als nur enttäuscht von der Leistung, die die Gallier in Kassel gezeigt hatten. Sein Trainer Jens Bürkle versuchte das Ganze zwar etwas zu relativieren, aber auch er konnte seine Enttäuschung nicht verbergen. Angefressen sei er nicht, aber ziemlich enttäuscht, weil einige Spieler, die sonst nicht so viel spielen, in Kassel viele Spielanteile bekommen hätten und nicht in der Lage waren, ihre Chance zu nutzen, meinte der Coach nach dem Spiel.

Bürkle war mit seiner Mannschaft und einem Plan für das Spiel recht zuversichtlich nach Kassel gefahren und nach einem ähnlichen Stotterbeginn, wie im Heimspiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf, schien das Weihnachtsspiel auch nach diesem Plan zu laufen. Melsungen profitierte zwar lange Zeit von seiner anfänglichen 2:0-Führung, aber die Gallier waren auf Augenhöhe.

Mike Jensen mit guten Paraden

Vor allem Torhüter Mike Jensen war absolut im Spiel und zeigte einige Paraden. Was aber trotz allem auffiel, waren die ungewöhnlich vielen Fehler im Spielaufbau. Die Melsunger Abwehr verteidigte zwar recht aggressiv gegen den Balinger Rückraum, aber die Abspiel- und Fangfehler waren hausgemacht, weil bei einigen im HBW-Angriff die geistige Frische zu fehlen schien. Trotzdem war bis zum 8:7 nach etwas mehr als einer viertel Stunde Spielzeit noch alles offen.

Die Bälle gehen in Serie verloren

Ab der 18. Spielminute funktionierte der Plan von Trainer Bürkle nicht mehr. Vorne wurden die Bälle in Serie verloren und hätte Torhüter Jensen sich nicht noch drei fatzenfrei Würfe vom Ex-Balinger Yves Kunkel und National-Rechtsaußen Tobias Reichmann geholt, wären die Gallier schon viel früher in einen deutlichen Rückstand geraten. Nach einem verworfenen Siebenmeter, einem weiteren technischen Fehler im Angriff und dem 10:7 von Julius Kühn nahm Bürkle seine erste Auszeit. Marcel Niemeyer konnte danach zwar auf 10:8 verkürzen, aber das war’s dann auch. Vier Minuten später stand es bereits 14:8 und Bürkle musste die nächste Auszeit nehmen. Zwei Abspielfehler und ein halbherziger Wurf aufs Tor hatten die Hausherren regelrecht zum Tore werfen eingeladen.

Die Hoffnung schwindet schnell

Dass es zur Pause nur 15:11 stand, lag daran, dass die Gallier nach der 2. Auszeit wieder etwas konzentrierter spielten und konsequenter abschlossen. Die Phase kurz vor dem Halbzeitpfiff sorgte für Hoffnung, denn man hatte gesehen, die Melsunger sind nicht sattelfest. Der Hoffnungsschimmer war dann aber schnell wieder verschwunden. Gedanklich noch gar nicht beim Spiel, kassierten die Balinger einen Vier-Null-Lauf und nach nicht einmal zehn Minuten im zweiten Durchgang versuchte Bürkle mit seiner dritten und letzten Auszeit noch etwas zu bewegen. Es half aber alles nichts. Nach zwei Fehlversuchen von René Zobel, markierte der Ex-Balinger Yves Kunkel mit dem Treffer zum 24:14 den ersten Zehn-Tore-Rückstand und die endgültige Entscheidung im Spiel.

Bis zum Schlusspfiff stellte sich eigentlich nur noch die Frage, wie bitter die Niederlage werden würde. Melsungen musste gar nichts mehr für die Revanche tun. Es reichte völlig aus, die Balinger Fehler zu bestrafen und das machten die Nordhessen mit Lust und Freude. Am Ende konnten sie eine gelungene Revanche mit genau demselben Endergebnis wie in der Hinspielrunde, nur dieses Mal zu ihren Gunsten, feiern.

via swp

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