„Nacht des Schreckens“? 6 Tipps, um Tieren Silvester erträglich zu machen

Besonders die Knallerei, aber auch sehr laute Musik kann für Vierbeiner und Co. erschreckend sein, weiß der Tierschutzverein Herford. Doch es gibt Maßnahmen, die helfen können.

Herford/Bünde. Gerade jetzt vor Silvester ist die Diskussion um Feuerwerk und Böllerei wieder entbrannt. Zum einen wegen des Feinstaubs und der Umweltverschmutzung, zum anderen aber auch wegen der Belastung für die Haustiere.

“Silvester ist im wahrsten Sinne des Wortes die „Nacht des Schreckens” für viele Haustiere und ihre Besitzer sowie die frei lebende Tierwelt”, sagt auch Renate Siekkötter, Vorsitzende des Tierschutzvereins Herford. Die Aktiven des Tierschutzvereins Herford e.V. und des Bünder Tierheimes geben nochmal zu Bedenken, dass für die viel feineren Tierohren der Lärm des Feuerwerks zur schrecklichen Qual werde. “Die Knallerei versetzt Millionen Haustiere und Wildtiere in Panik und Todesangst”, betont Siekkötter.

Insbesondere für viele Hunde sei Silvester die Hölle. “Sie zittern am ganzen Körper, ihre Augen sind vor Angst geweitet, sie winseln, jaulen, schreien, rennen hin und her und versuchen, sich zu verstecken, aber es gibt kein Entrinnen, denn es knallt aus allen Himmelsrichtungen”, beschreibt die Tierschützerin die Situation. “Wir appellieren an alle Tierfreundinnen und Tierfreunde: Verzichten Sie Gründen des Tier-, Natur- und Umweltschutzes auf die sinnlose Knallerei und begrüßen Sie das Neue Jahr lieber nur mit dem ‚Knallen‘ von Sektkorken.”

Sechs Tipps für Haustierbesitzer

Um Panik oder bleibende Schäden bei den eigenen Tieren zu verhindern, hat der Tierschutzverein folgende Tipps, die besonders bei ängstlichen Zeitgenossen durchgeführt werden sollten:

1. Katzen und Hunde keinesfalls frei herumlaufen, Freigängerkatzen sollten in dieser Nacht unbedingt im Haus bleiben. Tiere können durch den Lärm derart in Panik geraten, dass sie kopflos davon laufen und nicht mehr nach Hause finden. Vogel- und Kleintierkäfige sollten weit vom Fenster entfernt stehen und sollten zusätzlich durch ein dunkles Tuch abgedeckt werden.

2. Hunde keinesfalls im Zwinger bleiben oder draußen anbinden.

3. Bereits am Silvesterabend sollten die Tiere in einem Raum untergebracht werden, wo sie möglichst wenig von dem Lärm mitbekommen. Bieten Sie Ihrem Tier einen Rückzugsort oder Versteckmöglichkeit für die Zeit des Feuerwerks. Fenster sollten geschlossen und Jalousien heruntergelassen werden. Musik kann von der Knallerei ablenken.

4. Eine den Tieren bekannte Person sollte während des Feuerwerks bei ihnen sein, Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen und so durch “Stimmungsübertragung” signalisieren, dass alles in Ordnung ist. Keinesfalls sollte der ängstliche Vierbeiner bedauert oder getröstet werden. Hierdurch verstärkt man seine Furcht. Ängstliches Verhalten darf aber auch niemals bestraft werden, denn hierdurch steigt die ohnehin hohe Stressbelastung ebenfalls. Hilfreich kann es sein, gewohnte Spiele-Rituale bei Hund und Katze durchzuführen, die die Haustiere ablenken und vermeintliche Stresssituationen in eine entspannte Atmosphäre verwandeln.

5. Durch verschiedene Nahrungs-Ergänzungsmittel zur Stärkung des Nervenkostüms (z. B. Relaxan oder Sedarom) oder die Verabreichung von Pheromonen (z. B. Feliway oder Adaptil) können Ängste bei Hunden und Katzen vermindert werden. Diese Präparate sind beim Tierarzt erhältlich und sollten schon einige Tage vor Silvester verabreicht werden. Für ganz besonders extreme Fälle haben Tierärzte auch entsprechende Medikamente vorrätig. Es ist darauf zu achten, dass die Tiere keine Medikamente bekommen, die sie nur bewegungsunfähig und äußerlich ruhig machen, aber nicht gegen die empfundene Angst wirken. Derartige Produkte mit dem Wirkstoff Acepromazin (Vetranquil, Calmivet, Prequillan und Sedalin) sollten an Silvester nicht angewendet werden.

6. Auch alle anderen Haustiere sollten vor den akustischen und optischen Reizen des Feuerwerkes geschützt werden. Weidetiere sollten in einem Stall untergebracht werden.

Der Tierschutzverein Herford e.V. appelliert an alle Tierfreunde, die nicht auf Silvesterknaller und Raketen verzichten möchten, auf das Angebot an bunten und leichten Raketen, die wenig oder gar keinen Krach machen, zurückzugreifen. “Jeder sollte sich aber die Frage stellen, ob es nicht positiver ist, das Neue Jahr mit einer guten Tat zu beginnen und das für Böller vorgesehene Geld zu spenden”, betont Siekkötter.

via nw

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