„Muss emotional ankommen“ – Jens Söring ist zurück in Deutschland

Mehr als 33 Jahre hat Jens Söring in US-Haft verbracht. Im November wurde der wegen Doppelmordes verurteilte Deutsche freigelassen, nun ist er zurück in seiner Heimat. Dort nahmen ihn Unterstützer in Empfang. Söring selbst spricht vom „schönsten Tag“ seines Lebens.

Der in den USA wegen Doppelmordes verurteilte Deutsche Jens Söring ist in Deutschland gelandet. Die Maschine mit Söring an Bord landete gegen Mittag am Flughafen in Frankfurt/Main. Dort warteten Unterstützer, um den 53-Jährigen in Empfang zu nehmen.

In einem kurze Pressestatement zeigte sich der Ex-Häftling glücklich und überwältigt: „Das ist der schönste Tag meines Lebens“. Und: „Das ist der schönste Tag meines Lebens.“ Söring sagte, er wolle nun erst einmal zur Ruhe kommen. „Ich muss nun psychologisch und emotional ankommen in Deutschland.“

Söring ist mit dem Linienflug UA932 gereist und hatte die Maschine von United Airlines am US-Airport Washington/Dulles am Dienstag um 3.15 Uhr deutscher Zeit (Montagabend US-Zeit) bestiegen, berichtete eine mitreisende Reporterin der RTL/ntv-Redaktion. Den Angaben nach reiste Söring in der Economyclass. Die „Bild“-Zeitung veröffentlichte ein Foto des 53-Jährigen im Flieger.

In die USA darf Söring nie wieder einreisen

Wegen Mordes an den Eltern seiner damaligen Freundin Elizabeth Haysom im Jahr 1985 war der Deutsche zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt worden und hat fast 30 Jahre in US-amerikanischen Gefängnissen verbracht. Söring hatte die Morde zunächst gestanden, später aber das Geständnis widerrufen. Er beteuert bis heute seine Unschuld.

Söring hat insgesamt mehr als 33 Jahre in Haft gesessen, die meiste Zeit in den USA. Im November entschied ein zuständiges Gremium im US-Bundesstaat Virginia, ihn auf Bewährung freizulassen und abzuschieben. Begnadigt wurde er nicht. In Deutschland ist Söring ein freier Mann. In die USA darf er nie wieder einreisen.

Seine Unterstützer und Freunde haben in Deutschland nach eigenen Angaben eine Wohnung, ein Handy und Kleidung für Söring besorgt. Der Ex-Häftling will demnach nach seiner Ankunft in Deutschland erst einmal Urlaub machen und dann durch das Land reisen und seine Unterstützer besuchen.

Festgenommen worden waren Söring und Haysom 1986 in Großbritannien. Dorthin waren sie geflüchtet, als sie wegen des Mordes unter Verdacht gerieten. Großbritannien stimmte der Auslieferung Sörings an die USA nur unter der Bedingung zu, dass die Todesstrafe nicht verhängt wird. Haysom wurde wegen Anstiftung zum Mord zu zweimal 45 Jahren Haft verurteilt. Der Fall erregte in den USA und international viel Aufmerksamkeit und polarisiert noch immer.

Rund drei Wochen verbrachte Söring in Auslieferungshaft. Reporter der „Bild“-Zeitung besuchten ihn dort. Mit Blick auf das Staatsgefängnis in Virginia, wo er zuvor inhaftiert gewesen war, sagte er der „Bild“: „Das Schlimmste, was man sich über Gefängnisse in Amerika ausmalen kann, war dort alles Wirklichkeit.“ Jeder Tag sei ein Überlebenskampf gewesen. Es habe „immer mehr Gangs, Drogen und Tote“ gegeben.

via welt

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