In diesen Städten gibt es Böller-Verbotszonen zu Silvester

Alle Jahre wieder fliegen zu Silvester die Raketen in den Himmel. Für viele Menschen ist ein Jahreswechsel ohne Knallerei nicht vorstellbar. Doch immer mehr Städte richten Verbotszonen ein – zum Schutz für Mensch und Tier.


Silvester ist nicht nur Party: Das Böllern und die Knallerei in der Nacht des Jahreswechsels bedeuten immer wieder auch Aggressionen, Gewalt – und hohe Feinstaubwerte.

Behörden in Deutschland wollen mit ausgeweiteten Böllerverboten und mehr Polizeipräsenz Exzesse in der Silvesternacht verhindern. Erstmals kommt als Böllerverbotszone etwa der Citykern von Hannover hinzu. In Düsseldorf herrscht Knaller- und Böllerverbot in der gesamten Altstadt. In Köln dürfen rund um den Dom keine Feuerwerke abgebrannt werden. Das Verbot wurde dieses Jahr um zwei Straßen erweitert. In Dortmund ist das Zünden von Feuerwerk und Pyrotechnik in zwei Innenstadtzonen nahe dem Hauptbahnhof verboten.

In Stuttgart scheiterte dagegen ein Versuch, Feuerwerk zu verbieten. In Berlin hätte die rot-rot-grüne Landesregierung gern schon dieses Jahr weitergehende Verbotszonen eingerichtet. Der Linke-Abgeordnete Niklas Schrader sagte dem RBB, das Bundessprengstoffgesetz verbiete es den Bezirken aber, die Böllerei ganz zu untersagen. Darum wolle man auf Bundesebene aktiv werden.

Zum ersten Mal gelten in der Silvesternacht in der Hauptstadt aber mehrere große Böllerverbotszonen. Neben der Partymeile am Brandenburger Tor wurden die Knaller auch auf dem Alexanderplatz und im Gebiet um die Pallasstraße in Schöneberg verboten. Vom 31. Dezember 18 Uhr bis zum 1. Januar um 6 Uhr dürfen Polizisten dort Personen nach Feuerwerkskörpern durchsuchen und diese direkt einkassieren. Wer in den Zonen zündet, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Fast 90 Prozent der Berliner begrüßten einer Forsa-Erhebung im Auftrag der „Berliner Zeitung“ nach die Entscheidung für die Verbotszonen. Erstmals ist auch in Hamburg in diesem Jahr das Böllern rund um die Binnenalster verboten. Das Verbot gilt in der Silvesternacht von 18.00 Uhr bis 01.00 Uhr. In fünf Sprachen wurden bei Twitter Informationen und eine Karte zur Verbotszone veröffentlicht. Die Feuerwehr warnte vor unsachgemäßem Umgang mit Feuerwerkskörpern. So hätten in den vergangenen Jahren sogenannte Feuerwerksbatterien vermehrt zu Carport-Bränden geführt, sagte ein Sprecher.

In historischen Altstädten wie etwa GöttingenLüneburgWeimar oder auch Tübingen dürfen schon seit Längerem keine Feuerwerkskörper mehr abgebrannt werden.

Auch in München gilt in weiten Teilen der Altstadt und um den Viktualienmarkt wieder ein Feuerwerksverbot. Damit sollen Brandschäden an den Marktständen vermieden werden.

In Hannover erwartet die Polizei, dass die Situation durch das neue Verbot rund um zentrale Plätze in der Innenstadt deutlich entspannter werde als im vergangenen Jahr. In der Verbotszone werde zwar kontrolliert, der Zugang werde aber weder mit Gittern abgesperrt noch werde jeder Einzelne durchsucht. Zum Jahreswechsel 2017/2018 war es in Hannover in der Silvesternacht mehrfach zu gefährlichen Situationen gekommen, weil Böller inmitten von Menschenansammlungen gezündet wurden.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen wappnen sich besonders Düsseldorf und Köln zum Jahreswechsel mit mehr Personal für Kontrollen und Einsätze. Allerdings warnte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) vor falschen Erwartungen: „Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit.“ An Silvester 2015/2016 waren rund um den Kölner Hauptbahnhof zahlreiche Frauen sexuell bedrängt und bestohlen worden.

Silvester in Köln – Domplatte wird hell ausgeleuchtet

In der Silvesternacht 2019/2020 schieben in NRW 5500 Beamte Dienst, wie ein Sprecher des Innenministeriums sagte. Beim vorigen Jahreswechsel seien es rund 200 Beamte mehr gewesen, allerdings sei der Bedarf nun vor allem im ländlichen Raum als weniger hoch eingestuft worden. Normalerweise seien nachts 2200 Polizisten im Dienst.

Bahnhofsvorplatz und Domplatte in Köln werden hell ausgeleuchtet, um erst gar keine Feierstimmung aufkommen zu lassen. Auch auf dem Burgplatz in Düsseldorf am Rhein bietet Licht mehr Sicherheit: Bei Bedarf kann die Beleuchtung entsprechend verstärkt werden. Der Platz gilt seit Langem als gefährliches Pflaster in der Silvesternacht.

Auch für Tiere wird der Jahreswechsel immer wieder zur Belastung. „Lärm, Lichtblitze, plötzliche Knalleffekte können von Tieren als bedrohlich empfunden werden, sie erschrecken oder verstören“, teilte eine Sprecherin des Zoos in Hannover mit. Um die Höhle eines neugeborenen Eisbärenbabys werde deswegen ein Schallschutz errichtet.

Wie jedes Jahr entstehen beim Feuerwerk auch wieder große Mengen Feinstaub. Der ist nicht nur für Tiere, sondern auch für die Menschen gefährlich. Auch wegen des Plastikmülls durch Feuerwerke forderten Fridays-for-Future-Aktivisten einen Verzicht auf die private Knallerei. Zentrale Feuerwerke seien die bessere Lösung. „Wir wollen, dass die Leute sich damit auseinandersetzen, wie sinnvoll Feuerwerke wirklich sind“, sagte Sprecherin Annika Rittmann.

via welt

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