Ein Toter nach schwerer Explosion in Blankenburg

In Blankenburg hat sich am Freitagmorgen eine Explosion in einem Mehrfamilienhaus ereignet. Laut Polizei gibt es ein Todesopfer und 15 Verletzte. Es wurden Flüssiggas und Heizgeräte gefunden. Die genauen Zusammenhänge und die Identität des Toten müssen noch ermittelt werden. Das Gebiet im Norden der Harzstadt wurde weiträumig abgesperrt.

Bei einer Explosion in einem Mehrfamilienhaus in Blankenburg ist am Freitag ein Mensch ums Leben gekommen. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um einen 78-Jährigen Bewohner handelt. Wie Kripo-Chef Frank Götze am Freitag auf einer Pressekonferenz mitteilte, wurden in der betroffenen Wohnung “eine größere Anzahl von Flüssiggasen” sowie Heizkörper gefunden. Die Ermittler vermuten daher, dass die Detonation auch durch Flüssiggas ausgelöst wurde. Das Haus besitzt laut Feuerwehr keinen Gasanschluss, die Fernwärme sei intakt gewesen. Dem Vermieter zufolge ist es untersagt, mit zusätzlichen Geräten in den Wohnungen zu heizen.

Identität des Toten wird später ermittelt

Frühere Informationen, wonach in der betroffenen Wohnung auch Weltkriegsmunition gefunden worden sei, zog Götze zurück. Die Leiche des mutmaßlichen Wohnungsinhabers konnte nach seinen Worten zunächst nicht aus der schwer beschädigten Wohnung geborgen werden. Die Identität werde somit erst später sicher festgestellt werden können.

Derzeit wird die Statik des Hauses und der Wohnungen untersucht. Davon hängt den Beamten zufolge ab, ob und wann die Bewohner zurück nach Hause können. Sie erhalten aber die Möglichkeit, im Beisein der Polizei zunächst noch persönliche Dinge aus ihren Wohnungen zu holen.

Wohngebiet weiträumig abgesperrt

Bei der Explosion mit anschließendem Feuer um kurz vor 9 Uhr am Freitagmorgen wurde ein Fünfgeschosser im Neubaugebiet Regenstein schwer beschädigt. Splitter flogen bis zu 60 Meter weit, ein Balkon wurde abgerissen. Nach Angaben einer MDR-Reporterin wurden auch die Scheiben vor dem Haus parkender Autos beschädigt. Etliche Zeugen berichteten von einem lauten Knall und einer spürbaren Erschütterung.

Feuerwehr-Einsatzleiter Alexander Beck schilderte im MDR-Gespräch die Situation kurz nach der Explosion so: “Wir haben eine Wohnung in Vollbrand vorgefunden und zusätzlich mehrere Personen bewusstlos auf der Straße liegend.” Feuerwehr und Rettungskräfte waren zwischenzeitlich mit über 200 Einsatzkräften am Unglücksort. Laut Polizei wurde das Gebiet weiträumig abgesperrt, in Blankenburg ein Rettungsstab eingerichtet.

Das THW ist angerückt und wird jetzt die Statik des Gebäudes prüfen. Offenbar sind durch die Explosion mehrere Decken und Wände beschädigt.Kai-Uwe Lohse, Kreisbrandmeister des Landkreises Harz

Die Polizei werde nun weitreichend und in alle Richtungen ermitteln, so Kreisbrandmeister Lohse. Spreng-Spezialisten des Landeskriminalamts sowie der Kampfmittelbeseitigungsdienst unterstützen laut Polizei die Ermittlungen. Das Wohnhaus mit 50 Mietern liegt im Norden Blankenburgs. In der Nachbarschaft befinden sich eine Grundschule und eine Kita. Die rund 100 Kita-Kinder blieben unverletzt. Sie wurden laut Polizei von ihren Eltern abgeholt. Die Grundschüler erhielten schulfrei.

Martin Skiebe (CDU), der Landrat des Landkreises Harz, dankte am Mittag allen Helfern: “Wenn wir mit einem solchen Ereignis konfrontiert sind, muss man dankbar sein, dass wir solche Einsatzkräfte haben.” Auch Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) dankte den Rettungskräften und erklärte: “Meine Gedanken sind bei den Opfern und bei ihren Angehörigen. Ich spreche ihnen mein Mitgefühl aus.” Innenminister Holger Stahlknecht wünschte allen Verletzten eine schnelle Genesung und dankte ebenfalls den Einsatzkräften “für ihr schnelles und besonnenes Handeln”.

Stadt richtet Spendenkonto und Bürgertelefon ein

Am frühen Nachmittag richtete die Stadt ein Spendenkonto für die Opfer der Explosion ein. Wie Bürgermeister Breithaupt sagte, setzt sich die Stadt später mit den Betroffenen in Verbindung, um die Mittel zu verteilen. Von Sachspenden solle zunächst abgesehen werden. Es sei noch nicht klar, was gebraucht wird, so Breithaupt. Außerdem wurde ein Bürgertelefon eingerichtet.

via mdr


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