Sigmar Gabriel wird Aufsichtsrat der Deutschen Bank

  • Sigmar Gabriel wechselt zur Deutschen Bank.
  • Der ehemalige SPD-Chef soll einen Sitz im Aufsichtsrat des Geldinstituts bekommen.
  • Er wolle mithelfen, die Zukunft der deutschen und europäischen Wirtschaft zu gestalten, sagt Gabriel.

Sigmar Gabriel wird Aufsichtsrat der Deutschen Bank. Das erfuhr die Süddeutsche Zeitung aus Unternehmenskreisen, die Deutsche Bank bestätigte inzwischen die Meldung. Er folgt auf Jürg Zeltner, der sein Mandat Ende des vergangenen Jahres niedergelegt hat. Zeltner wurde erst im Sommer in das Gremium berufen, die Finanzaufsicht lehnte ihn aber wegen Interessenskonflikten ab. Gabriel werde zunächst gerichtlich bestellt und sich dann bei der nächsten Hauptversammlung zur Wahl stellen, heißt es.

“Mit einer nun klaren Strategie und ihrem starken Führungsteam hat die Deutsche Bank als eine der wichtigsten Finanzinstitutionen in Europa die Chance und die Verantwortung, die Zukunft der deutschen und europäischen Wirtschaft mitzugestalten. Dazu möchte ich einen Beitrag leisten”, erklärte Gabriel. In das Gremium zieht er dem Vernehmen nach für den Großaktionär aus Katar ein, der rund acht Prozent der Aktien der Deutschen Bank kontrolliert. Wie zu hören war, steht Gabriel aber auch für die Verankerung der Bank im Heimatmarkt.

Gabriel war von 2009 bis 2017 Bundesvorsitzender der SPD und von 2013 bis 2018 Vizekanzler. Er saß 14 Jahre lang im Deutschen Bundestag; im September 2019 kündigte er an, sein Mandat zum November abzugeben. Seit Juni vergangenen Jahres ist er auch Vorsitzender des Vereins Atlantik-Brücke, der sich für “die Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Europa und Amerika auf allen Ebenen” einsetzt.

“Wir freuen uns sehr, mit Sigmar Gabriel einen überzeugten Europäer und Transatlantiker für den Aufsichtsrat der Deutschen Bank gewinnen zu können”, ließ Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner mitteilen. “Als ehemaliger Umwelt-, Wirtschafts- und Außenminister wird Sigmar Gabriel mit seinem großen Erfahrungsschatz einen besonderen Beitrag leisten und unsere Kompetenz im Aufsichtsrat ergänzen.”

Ein solcher Wechsel ist höchst selten

In einem Schreiben an politische Weggefährten zeigte sich Gabriel bei seinem Rückzug von der Politik enttäuscht davon, wie seine Partei mit ihm umgegangen war. Er habe nach seinem Ausscheiden aus dem Amt als Außenminister “zunehmend den Eindruck gewonnen (…), dass die SPD auf Bundesebene meiner Möglichkeiten und Fähigkeiten nicht mehr bedarf. Und wenn man nicht mehr recht gebraucht wird, dann soll man besser gehen.”

Ein Seitenwechsel eines so hochrangigen Politikers in ein derart prominentes Gremium ist höchst selten. Außerdem ist die Deutsche Bank nicht der Dax-Konzern mit dem besten Ruf. Gabriel wird dort künftig nicht nur über die Boni des Instituts mitentscheiden müssen, sondern er trägt auch mit Verantwortung dafür, dass das Geldhaus künftig skandalfrei bleibt.

Politik SPD Der härteste Job

via sz


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